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Berufliche Orientierung

Was interessiert dich wirklich? Entdecke deine beruflichen Interessen mit RIASEC

Du kannst etwas richtig gut und trotzdem froh sein, wenn es vorbei ist. Berufliche Interessen helfen dir, genauer hinzuschauen: Welche Aufgaben machen dich neugierig, geben dir Energie oder lassen dich freiwillig länger dranbleiben?

EuliAI · Stand: 13. Oktober 2026

4 min read

Vielleicht organisierst du jedes Teamprojekt zuverlässig, würdest aber lieber Ideen für ein neues Produkt entwickeln. Oder du erklärst anderen geduldig ihre Software, möchtest selbst jedoch vor allem technische Probleme lösen. Kompetenz und Freude sind zwei verschiedene Dinge. Tabellen müssen noch lange nicht dein Lebensinhalt werden.

Gerade beim Berufseinstieg oder einem Wechsel lohnt sich deshalb eine zweite Frage neben „Was kann ich?“: „Womit möchte ich mich beschäftigen?“ RIASEC gibt dir dafür eine verständliche Sprache.

RIASEC: sechs Blickwinkel auf deine Interessen

Der Psychologe John L. Holland entwickelte ein Modell beruflicher Interessen mit sechs Dimensionen. Die Anfangsbuchstaben ihrer englischen Namen ergeben RIASEC. Es geht darum, welche Arten von Tätigkeiten dich ansprechen und welche Arbeitsumgebungen du erkunden möchtest.

Eine etablierte Anwendung ist der O*NET Interest Profiler, ein Instrument zur beruflichen Orientierung des US-amerikanischen O*NET-Programms. Seine Skalen beruhen auf Hollands Modell; Entwicklung und Forschung sind im zugehörigen Manual dokumentiert. Er ist ein eigenständiges Angebot und kein Test von EuliAI.

Die sechs Dimensionen auf einen Blick

Lies die Beispiele als Einladung zum Nachdenken, nicht als Berufsliste. Jede Dimension kann in sehr unterschiedlichen Jobs vorkommen. Auch digitale Arbeit kann praktisch, kreativ oder sozial sein.

Realistic: praktisch arbeiten
Du beschäftigst dich gern mit greifbaren Aufgaben, Technik oder Materialien. Dich reizt, etwas aufzubauen, zu bedienen oder zu reparieren. Moderne Beispiele sind einen Roboter einrichten, Solartechnik installieren oder einen Prototyp mit dem 3D-Drucker bauen.
Investigative: analysieren und verstehen
Du möchtest herausfinden, warum etwas funktioniert oder scheitert. Du untersuchst Fragen, prüfst Erklärungen und erkennst Muster. Das kann bedeuten, Daten zu analysieren, einen Softwarefehler einzugrenzen oder die Ursachen für einen ungewöhnlichen Messwert zu erforschen.
Artistic: gestalten und entwickeln
Du magst eigene Ideen, Ausdruck und offene Aufgaben mit mehreren möglichen Lösungen. Beispiele sind eine App-Oberfläche gestalten, Geschichten für einen Podcast schreiben oder ein neues Ausstellungskonzept entwickeln. Künstlerisches Interesse braucht weder eine Staffelei noch ein chaotisches Büro.
Social: unterstützen und vermitteln
Du interessierst dich dafür, Menschen beim Lernen, Verstehen oder Bewältigen von Herausforderungen zu helfen. Vielleicht erklärst du digitale Werkzeuge, begleitest neue Kolleg:innen oder moderierst einen Workshop. Entscheidend ist die unterstützende Tätigkeit, nicht wie gesprächig du auf einer Party bist.
Enterprising: überzeugen und voranbringen
Du möchtest Menschen für Ideen gewinnen, Entscheidungen anstoßen oder Verantwortung für ein Vorhaben übernehmen. Beispiele sind eine Produktidee vorstellen, eine Partnerschaft verhandeln oder eine Initiative koordinieren. Das muss weder Verkauf noch die Gründung eines Unternehmens sein.
Conventional: strukturieren und organisieren
Du arbeitest gern mit klaren Abläufen, sorgfältigen Informationen und verlässlicher Ordnung. Du könntest Projektbudgets pflegen, Datenqualität sichern oder einen verständlichen Prozess für Bestellungen aufsetzen. „Conventional“ meint hier Struktur, nicht, dass deine Ideen von gestern sind.

Du darfst mehr als eine Richtung mögen

Die Dimensionen schließen sich nicht gegenseitig aus. Vielleicht interessieren dich Analyse und Gestaltung: Du untersuchst, wo Menschen in einer App hängen bleiben, und entwickelst bessere Lösungen. Oder du verbindest praktische und soziale Interessen, indem du Technik erklärst und gemeinsam mit anderen ausprobierst.

Mehrere ausgeprägte Interessen sind kein widersprüchliches Ergebnis. Sie können dir helfen, Aufgaben genauer zu beschreiben als mit einem einzelnen Jobtitel. Überlege auch, welche Mischung du dir im Alltag wünschst.

Was Interessen zeigen und was offenbleibt

Interessen geben Hinweise auf Tätigkeiten, die du näher erkunden möchtest. Sie unterscheiden sich von Skills, also dem, was du bereits kannst, und von Persönlichkeit, also typischen Mustern deines Erlebens und Verhaltens. Hollands Ansatz verbindet zwar Interessen und Personentypen; ein Interessenprofil ist aber keine umfassende Persönlichkeitsbeschreibung.

Es beweist auch keine Jobeignung und sagt nicht voraus, ob du erfolgreich oder zufrieden sein wirst. Dafür zählen unter anderem Fähigkeiten, Lernmöglichkeiten, Werte, Arbeitsbedingungen und die Zusammenarbeit im Team. Prüfe interessante Richtungen durch Gespräche, kleine Projekte oder Einblicke in den Arbeitsalltag. Erfahrungen können deine Interessen verändern.

Drei Fragen für deinen nächsten Schritt

Nimm dir ein paar Minuten und notiere konkrete Situationen aus Arbeit, Ausbildung, Ehrenamt oder Freizeit. Du brauchst dafür keine beeindruckende Berufsbiografie.

  1. Bei welchen Tätigkeiten bleibe ich freiwillig dran, auch wenn niemand eine Bewertung oder Belohnung verspricht?
  2. Welche Aufgaben kann ich gut, würde ich aber gern seltener machen, und was genau kostet mich dabei Energie?
  3. Welche Kombination aus RIASEC-Dimensionen möchte ich ausprobieren, und welches kleine Projekt oder Gespräch ermöglicht mir das?

Achte auf die Tätigkeit selbst. „Mit Menschen arbeiten“ kann beraten, verhandeln oder erklären bedeuten. Je konkreter du wirst, desto hilfreicher ist dein nächster Versuch.

Demnächst: der EuliAI Career Interests Check

Wir bereiten einen freiwilligen Career Interests Check vor, der dich beim Nachdenken über deine beruflichen Interessen unterstützen soll. Er orientiert sich am RIASEC-Modell und soll einen Ausgangspunkt für deine eigene Erkundung bieten.

Der kommende EuliAI-Check ist noch nicht verfügbar und bislang nicht wissenschaftlich validiert. Die Forschung zum O*NET Interest Profiler belegt nicht die Qualität unseres künftigen Angebots. Deine Antworten sollen keine automatische Karriereentscheidung ersetzen. Bis dahin kannst du mit den drei Fragen beginnen.

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Quellen

Candidate Best Practices: Make the Right Match Easier to See

Practical, human advice for organising your job search, communicating clearly, preparing for interviews and assessing employers too.

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